Buchtipp: „Die Kichererbsen der Señora Dolores“ von Stevan Paul

Ein Buch, so wohlig wärmend und pikant wie ein Hühnereintopf: „Die Kichererbsen der Señora Dolores“ von Stevan Paul

Der Autor und ehemalige Profikoch erzählt Geschichte über erstaunliche Begegnungen, die zu ganz besonderen Erfahrungen und Einsichten führen. Da ist der penible Postbeamte, der in seinem Sehnsuchtsland Japan überraschend einen Kollegen trifft oder die Buchhändlerin aus der Kochbuchabteilung, die ihren neuen österreichischen Nachbarn mit einem Gericht aus seiner Kindheit beglückt. Jeder Geschichte ist ein Rezept zugeordnet für ein Gericht, nicht super-exotisch aber sehr schmackhaft, das in diesem Kapitel eine besondere Rolle spielt. Eines haben wir gleich einmal nachgekocht: den Kichererbseneintopf der Señora Dolores mit Spitzkohl, Karotten, Kartoffeln, Lorbeer, Hühnchen, der Würze von Chorizo-Würstchen und natürlich Kichererbsen. Sowas von köstlich …

Stevan Paul: Die Kichererbsen der Señora Dolores – Geschichten vom Kochen
Mairisch Verlag, 208 Seiten, 24 Euro
Ansehen im Onlineshop

Buchtipp: „Eigentlich bin ich nicht so“ von Marie Aubert

Besondere Dramatik versprechen Romane, in denen die Familien eine zentrale Rolle spielt. In der Reihe „FreundInnen der Buchhandlung empfehlen“ schreibt Annette über das Buch „Eigentlich bin ich nicht so“ der norwegischen Autorin Marie Aubert:

Linneas Konfirmation steht an und die ganze Familie kommt am Wochenende zum Feiern zusammen. Ein Grund zum Freuen! Oder?
Wir erleben das Konfirmations-Wochenende aus vier verschiedenen Blickwinkeln: Hanne, Linneas Tante, hat eine riesige Veränderung hinter sich – sie ist das erste Mal in ihrem Leben dünn. Im Schlepptau hat sie ihre neue Partnerin Julia. Zurück in den alten familiären Mustern überfallen sie alles andere als schöne Kindheitserinnerungen.
Bård, Linneas Vater, ist nicht ganz bei der Sache. Er hat ganz eigene Pläne für den Tag nach der Feier. Alles soll sich für ihn ändern. Aber jemand spielt nicht mit.
Linnea, die Konfirmandin, hat furchtbare Angst, dass Ingrid, die auf ihrer Feier kellnert, Geheimnisse über sie ausplaudern könnte. Alles andere als ein schöner Tag. Nur Nils, Linneas Opa, freut sich über all die netten Menschen und ruht in sich. Doch auch er hat seine Erinnerungen…

Die Autorin beschreibt in klarer und sensibler Sprache die kleinen und großen zwischenmenschlichen Dramen, die oft erst in den nicht gesagten Worten richtig deutlich werden. Da ist kein Wort zuviel. Berührende und ehrliche Familiengeschichte!

Marie Aubert: Eigentlich bin ich nicht so
Rowohlt, 208 Seiten, 22 Euro
Ansehen im Onlineshop

Weihnachtsalarm: Engelchen und Wichtel schon schwer aktiv

Im Laden waren schon die Engelchen für Euch aktiv! Weihnachten ist bei Sternkopf & Hübel eingezogen: Adventskalender, Advents- und Weihnachtsgeschichten für Kleine und Große, Weihnachtskarten, Herrnhuter Sterne, Köhlerfiguren, gefilzte Wichtelchen und Holzsterne in verschiedenen Variationen liegen jetzt bereit. Sogar ein Grinch wurde schon gesichtet. Achtung! In drei Wochen ist der Erste Advent.

Buchtipp: „Auf allen Vieren“ von Miranda July

Aus der Reihe ‚FreundInnen der Buchhandlung empfehlen’ hat Dani einen ganz besonderen Tipp, dem man schwer widerstehen kann – „Auf allen Vieren“ von Miranda July:

Wie sehr habe ich ihn geliebt, diesen Roman über eine der schrägsten Frauen, die mir jemals in einem Buch begegnet sind! Dieses Feuerwerk an Schamlosigkeit und Glücksgefühlen, aber auch an Ratlosigkeit und Verzweiflung offenbart uns all das, was wir schon immer über die Zeit kurz vor den Wechseljahren wussten oder wissen wollten. Vierhundert herrliche Seiten abseits jeder Norm und Konvention, schonungslos ehrlich und wundervoll unanständig.

Miranda July: „Auf allen Vieren“
Kiepenheuer & Witsch, 407 Seiten, 25 Euro
Ansehen im Onlineshop

Neuer Termin für die Lesung mit Mischa Kopmann

Die Lesung am Montag, 28. 10., wurde verschoben! Mischa Kopmann liest nun aus seinem Buch „32. August“ am

Montag, 25. November
Um 19 Uhr
Eintritt 10 Euro
in der Buchhandlung Sternkopf & Hübel

Zum Autor: Mischa Kopmann ist in Celle geboren und aufgewachsen, lebt heute in Hamburg und hat uns schon mit mehreren Büchern begeistert, unter anderem zuletzt mit „Haus in Flammen“.

Zum Buch: Etwas weniger explosiv, aber dafür mindestens ebenso emotional geht es in seinem neuesten Buch „32. August“ zu. Es ist die Geschichte eines großen Sommers. Leo, 13 Jahre alt, träumt von Lilia, einer ihm etwas rätselhaften Mitschülerin und kommt in den Ferien zu seinen Großeltern aufs Land. Insbesondere seinen Großvater, einen Handelsvertreter, erlebt er von einer ganz neuen Seite: eloquent, aber verletzlich und als wichtigen, geheimen Verbündeten. Es wird ein ganz besonderer Sommer, in dem man sich selbst wiedererkennt sowie die Stadt und den Landkreis Celle.

Die Veranstaltung wird von der RWLE Möller Stiftung in Celle unterstützt.

Deutscher Kinderbuchpreis in Köln verliehen

Der Deutsche Kinderbuchpreis geht in diesem Jahr an Annika Preil mit „Annis wilde Tierabenteuer“. Im Bild: die preisgekrönte Autorin zusammen mit unserer Buchbotschafterin Mattea.

Die Kinderjury hat aus der Longlist der zehnköpfigen Erwachsenenjury die Gewinner gewählt:

1. Preis: „Annis wilde Tierabenteuer“ von Annika Preil, illustriert von Phine Wolff, Baumhaus Verlag
2. Preis: „Kater Chaos Au Backe, ein Hamster“ von Katja Reider, illustriert von Alexandra Helm, Ars Edition
3. Preis: „Wir sind (die) Weltklasse“ von Tnaya Lieske, illustriert von Sybille Hein, Hanser
Sonderpreis Illustration: Japan, von Josephine Pauluth, Ars Edition

Damit hat unsere Beteiligung an der Erwachsenen-Jury ihren festlichen Abschluss gefunden. Eine schöne Erfahrung, sehr zu empfehlen. Die Bücher sind im Laden verfügbar.

Lyriktipp: „Das All im eignen Fell“ von Clemens J. Setz

Lust auf Lyrik? Tipp: das neue Buch von Clemens J. Setz. Das ist dieser genial-außergewöhnliche Autor aus Graz, wo irgendwie viele genial-außergewöhnliche Leute herkommen. Sein Ziel war, mit diesem Buch seine geliebten Twitter-Verse der letzten Jahre vor dem Verschwinden ins Nirwana des Universums zu bewahren. Dazu kommen weitere, teilweise aus der digitalen Welt inspirierte Gedichte und kurze Prosa. Einfach schräg und herrlich diese Ideen sowie Wort- und Gedankenzaubereien, in denen es um den Herbst geht, andere verfügbare Jahreszeiten, Menschen, Gürteltiere, aktuelle Ereignisse und die Orthographie.

Clemens J. Setz: „Das All in eigenen Fell“
Eine kurze Geschichte der Twitterpoesie
Bibliothek Suhrkamp, 180 Seiten, 23 Euro
Ansehen im Onlineshop

Buchtipp: „Und ich -“, herausgegeben von Maria-Christina Piwowarski

Das ideale Buch für unterwegs im Leben oder auf Reisen sowieso: „Und ich -“, eine Prosa-Anthologie, herausgegeben von Maria-Christina Piwowarski. In dem Buch finden sich zwanzig Texte von zwanzig Autorinnen über zwanzig Erfahrungen mit persönlichen Wendepunkten und Schwebezuständen. Unter anderem verarbeitet Judith Poznan die etwas ernüchternde Fortsetzung der Geschichte in ihrem Roman „Prima Aussicht“ über die Abenteuer ihrer Kleinfamilie im Wohnwagen. Natürlich kann diese Idylle nicht endlos weitergehen …

Ein besonderes Juwel ist der sehr persönliche Text unserer Lieblingsautorin Jarka Kubsova. Die Hamburger Schriftstellerin behandelt die Geschichte ihrer Mutter, die schließlich zur damaligen Ausreise mit Kind aus der Tschechoslowakei führte. Die unerbittlichen Brüche im Leben, die Risse in den Fassaden hinterlassen, aber auch der Mut und die Inspirationen, die daraus entstehen, sind die Themen des Buches. Unbedingt lesenswert für Menschen vor oder nach Wendepunkten (also alle).

Maria-Christina Powowarski (Herausgeberin)
„Und ich – 20 Geschichten über Wendepunkte des Lebens“
park x Ullstein, 272 Seiten, 22 Euro
Ansehen im Onlineshop

Bilderbuchtipp: „Hornbert ist süß“ und „Rufus ist sauer“ von Robert Scheffner

Seid ihr eher der Rufus-Typ oder der süße Hornbert? Kennt Ihr schon die herbstlichen Kuschel-Grusel Bilderbücher von Robert Scheffner, die Conny in unser Herbstfenster gestellt hat? In dem neuen Band „Hornbert ist süß“ verwandelt ein kleines Einhörnchen mit seinem Schluckauf immer etwas Gruseliges in etwas Süßes. In „Rufus ist sauer“ gehts um einen niedlichen Kürbis, der erfolglos versucht, gruselig auszusehen, bis er einen hilfreichen Kumpel findet. Beide empfohlen ab 4 Jahre bis uralt. Schaut rein und ihr habt gute Laune, ideal für gemütliche Herbstabende auf dem Sofa.

🎃 Robert Scheffner: Rufus ist sauer
Annette Betz / Ueberreuter, 32 Seiten, 16 Euro
Ansehen im Onlineshop

🦄 Robert Scheffner: Hornbert ist süß
Annette Betz / Ueberreuter, 32 Seiten, 16 Euro
Ansehen im Onlineshop

Krimitipp: „Verbrannte Gnade“ von Margot Douaihy

Noch ein Geheimtipp, aber bestimmt nicht mehr lange: das Krimi-Debüt der US-Anerikanerin Margot Douaihy, „Verbrannte Gnade“.

Im ersten Buch der Krimi-Serie um die skurrile Klosternonne Schwester Holiday kommt es zum Brandanschlag auf ihre Klosterschule in New Orleans. Der Hausmeister Jack kommt ums Leben, zwei Schüler können gerade noch gerettet werden. Zusammen mit der Brandermittlerin Magnolia Riveaux will die Nonne mit dem „Lost Soul“-Tattoo dem Täter auf die Spur kommen. Dazu muss sie in den schwülen Sumpf der Stadt und in ihre eigene Vergangenheit ganz tief einsteigen. Ein Krimi, so hardboiled wie abseitig, der einen nicht wieder loslässt.

Margot Douahy: „Verbrannte Gnade“,
im Original „Scorched Grace“,
aus dem Amerikanischen von Eva Kemper
Bumenbar / Aufbau, 368 Seiten, 23 Euro
Ansehen im Onlineshop