Bilderbuchtipp: „Grimm und Möhrchen und die Spielplatzpiraten“ von Stephanie Schneider und Stefanie Scharnberg

Es gibt Neuigkeiten von Grimm und Möhrchen! Das zweite Bilderbuch um das Buchhändlerlein und das Zeselchen ist jetzt erschienen. Es hat den Titel „Grimm und Möhrchen und die Spielplatzpiraten – Ein Bilderbuch-Abenteuer mit dem kleinen Zesel“: Die Geschichte spielt im Frühling. Grimm ist besonders früh aufgestanden und Möhrchen folgt ihm in den Garten, wo die beiden einen grandiosen Spielplatz bauen. Die Kinder der Nachbarschaft sind begeistert und die Feuerwehrfrau Feline ist auch wieder dabei. Die Story von Stephanie Schneider und die Bilder von Stefanie Scharnberg ergeben wieder ein wunderschönes, fröhliches Bilderbuch. Feline und Grimm stricken sogar zusammen. Ist das ein Zeichen?

Stephanie Schneider / Stefanie Scharnberg:
„Grimm und Möhrchen und die Spielplatzpiraten“
dtv, 32 Seiten, 15 Euro
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Krimitipp: „Sing mir vom Tod“ von Ivy Pochoda

Keine Gewalt ist mitunter auch keine Lösung. Das gilt auch und erst recht für Frauen. Höchst spannend und eskalierend liest sich der neue Krimi „Sing mir vom Tod“ von der US-Autorin und ehemaligen Profi-Squash-Spielerin Ivy Pochoda. Die Story beginnt in einem Frauengefängnis in Arizona. Florida Baum, eine Frau aus gutem Hause und dann auf Abwege geraten, trifft auf die hartgesottene Dios Sandoval. Beide kommen während der Pandemie auf Bewährung frei. Keine gute Entscheidung. Dios jagt Florida von der Wüste Arizonas bis nach Los Angeles und eine dritte Frau rückt den beiden auf die Pelle: Detektive Lobos, selbst mit Gewalterfahrungen belastet, riskiert immer mehr, um dem Gesetz zur Geltung zu verhelfen. Starke Frauenfiguren, ganz ohne Harmoniebedürfnis, lassen sich nichts mehr gefallen und treiben den Plot gnadenlos voran. Ein unnachahmlicher Showdown ist die Krönung des Thrillers. Unbedingt zu empfehlen!

Ivy Pochoda: „Sing mir vom Tod“
Suhrkamp, 330 Seiten, kartoniert, 17 Euro
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Bilderbuchtipp – Mattea empfiehlt: „Earhart – Der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt“ von Torben Kuhlmann

Bücherbotschafterin Matteas neues Lieblingsbuch ist das Bilderbuch von Torben Kuhlmann, „Earhart – Der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt“. Es geht um eine kleine Maus, die den Traum hat, einmal bis nach Afrika zu fliegen. Eine Pilotenmaus hilft ihr, eine Flugmaschine zu planen und zu bauen. Schließlich bricht sie trotz aller Widerstände tatsächlich zu einer aufregenden Reise auf. Dabei trifft sie auf die Flugpionierin Amelia Earhart. Nach Lindbergh, Edison, Armstrong und Einstein ist Torben Kuhlmann wieder ein bezauberndes Bilderbuch gelungen, das kleine und große LeserInnen fasziniert und hellauf begeistert. Nicht nur Mattea liebt diese Bücher.

Torben Kuhlmann: „Earhart – Der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt“
NordSüd Verlag, 128 Seiten, 24 Euro
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Buch- und Theatertipp: „Der Besuch des Leibarztes“ von Per Olov Enquist

Welch ein charmanter Besuch in der Buchhandlung! Die schwedische Journalistin, Autorin und politische Aktivistin Gunilla Thorgren schaute in der vorbei. Sie ist die Witwe des Schriftstellers Per Olov Enquist und nach Celle gekommen, um sich die Bühnenfassung von Enquists Roman „Der Besuch des Leibarztes“ anzusehen. Unter dem Titel „Die Königin und der Besuch des Leibarztes“ wird die Liebesgesschichte von Caroline Mathilde und und ihrem Arzt Struensee in diesen Wochen im Schlosstheater aufgeführt. Geradezu begeistert ist Gunilla Thorgren von der Inszenierung und freut sich sehr, dass im Schlosstheater die Königin in der tragischen Handlung noch stärker in den Vordergrund tritt als in der Romanvorlage. Sie schätzt das Stück genauso wie das Buch, auch wegen der ungeahnt aktuellen politischen Bezüge des Stoffs. Herzlichen Dank für den sehr freundlichen Besuch!

Per Olov Enquist
„Der Besuch des Leibarztes“, Roman
S. Fischer Verlag, 373 Seiten, 17 Euro
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Bühnenfassung: „Die Königin und der Leibarzt“
anlässlich des Caroline Mathilde Jahres 2025 und anlässlich 350 Jahre Schlosstheater Celle
Weitere Aufführungen nach der gestrigen Premiere im Schlosstheater sind bis Anfang April zu sehen.

Ein MUSS neben all den anderen gerade laufenden, wirklich tollen Stücken in Schlosstheater und Halle 19. Letztlich verdanken wir das Schlosstheater mit seinem wunderbaren Ensemble: Caroline Mathilde!

Sachbuchtipp: „Die Entscheidung – Deutschland 1929 bis 1934“ von Jens Bisky

Es stockt einem in diesen Tagen der Atem bei der Lektüre des Buches „Die Entscheidung“ von Jens Bisky über den Untergang der Weimarer Republik. Gustav Stresemann, vielleicht der größte Staatsmann jener Epoche, war gerade verstorben, da verschärfte sich die Lage angesichts gewaltiger wirtschaftlicher Probleme, des Streits über die angespannte Haushaltslage und populistisch getriebener Kontroversen zwischen rechts und links. Der Rückhalt der Demokratie schwindete und die demokratischen Parteien verloren sich in dogmatischen Auseinandersetzungen. Stabile Regierungskoalitionen der demokratischen Parteien wurden quasi unmöglich.

Sehr spannend zu lesen ist diese kenntnisreiche Analyse der Endphase der Weimarer Republik, die neue Fragen stellt wie die nach der Unvermeidbarkeit des Untergangs einer Epoche, der seine Schatten bis in die Gegenwart wirft.

Jens Bisky: „Die Entscheidung – Deutschland 1929 bis 1934“
Rowohlt Berlin, 640 Seiten, 34 Euro
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Beeindruckend: die ausverkaufte Lesung mit Markus Thielemann

Ein ganz großes Highlight war die Lesung von Markus Thielemann aus seinem Roman „Vom Norden rollt ein Donner“. ‚Kunst und Bühne’ war restlos ausverkauft. Einige Textstellen hat der Autor stimmungsvoll vorgelesen und zwischendurch aus dem Nähkästchen geplaudert, wieder einmal wunderbar moderiert von Angelika Spanholz, die sich so verdient gemacht hat um das literarische Leben in Celle. Wer nicht dabei sein konnte und gerne noch das Buch über den jungen Heidschnuckenschäfer mit seinen Ängsten, Ahnungen und Sehnsüchten in der Lüneburger Heide lesen möchte, kann das Buch im Laden erwerben.

Markus Thielemann: „Vom Norden rollt ein Donner“
C. H. Beck Verlag, 287 Seiten, 23 Euro
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Buchtipp: „In ihrem Haus“ von Yael van der Wouden

Heute unsere Empfehlung: „In ihrem Haus“ von Yael van der Wouden. Worum geht es: Isabel, eine junge Frau, lebt Anfang der 60er Jahre in einem Haus in der niederländischen Provinz mitten in der Natur. Hin und wieder bekommt sie Besuch von ihren Brüdern, Hendrik, der mit seinem Freund in der Großstadt lebt, und Louis. Einmal schaut Louis mal wieder mit einer neuen Freundin vorbei. Sie heißt Eva und wird kurze Zeit später vorübergehend bei Isabel zu ihrem großen Ärger einquartiert. Isabel ist recht feindselig der unerwünschten Mitbewohnerin gegenüber. Was will diese Frau in ihrem geliebten Haus? Dann ändert sich das Verhältnis der Frauen zueinander und sie stürzen sich in eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Aber welches Geheimnis verbirgt das Haus, dessen Geschichte in die unheilvolle Zeit der deutschen Besatzung zurückreicht. Ein sehr sensibel und spannungsreich erzählter Roman, wie ein Vermeer-Gemälde, zunächst etwas spröde, aber hinter der gutbürgerlichen Fassade verbergen sich Leidenschaft und so manches Grauen. Der Debütroman war auf der Shortlist für den angesehenen Booker Prize. Wie schön, dass jetzt die deutsche Fassung im Berliner Gutkind Verlag erschienen ist. Der Verlag hat in der letzten Zeit einige sehr bemerkenswerte Bücher für die deutschen Leser entdeckt. Da lohnt sich ein weiterer Blick ins vielversprechende Verlagsprogramm.

Yael van der Wouden: „In ihrem Haus“
Übersetzt aus dem Englischen von Stefanie Ochel
Gutkind Verlag, 320 Seiten, 24 Euro
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Taschenbuchtipps: Empfehlenswerte Romane von Mall, McCarten, Louis und Schoch

Vier hervorragende Taschenbücher haben gerade das Licht der Lesewelt erblicktii. Wärmsten Herzens empfehlen wir die folgenden Titel, die sich besonders als Reiselektüre eignen und auch für Lesekreise viel Diskussionsstoff bieten:

„Ein Hund kam in die Küche“ von Sepp Mall
Nagel und Kimche, 192 Seiten, 14,-
Eine berührende Geschichte über eine Familie im Südtirol der vierziger Jahre. Die Menschen mussten sich entscheiden: Italiener sein oder „heim ins Reich“ – mit tiefgehenden Konsequenzen. Das von der Kritik hochgelobte Buch war 2023 für den Deutschen Buchpreis nominiert.
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„Going Zero“ von Anthony McCarten
Übersetzt von Manfred Allié
Diogenes, 453 Seiten, 14,-
Superspannende Story bis zur letzten Seite. Es geht um eine Wette und die digitale Welt. Fazit: unterschätze nie eine vielleicht unauffällige Bibliothekarin. Sie könnte es faustdick hinter den Ohren haben.
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„Anleitung ein anderer zu werden“ von Édouard Louis
Aufbau Verlag, 272 Seiten, 14,-
Ein schwuler junger Mann probt in Frankreich den Klassenaufstieg. Er gewöhnt sich sogar ein neues Lachen an. Jeder Schritt zum Erfolg ist ein Schritt weg von seiner Familie. Der Autor schreibt autofiktional in der Tradition von Annie Ernaux und ist mittlerweile einer der Literaturstars in Frankreich.
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„Das Liebespaar des Jahrhunderts“ von Julia Schoch
dtv, 192 Seiten, 13,-
Die Erzählerin hat sich entschieden: Sie trennt sich von ihrem Mann. Bevor sie auszieht, erinnert sie sich noch einmal an die ganze lange Geschichte dieser Liebe von Beginn, über die Kinder bis zum Abbröckeln der Leidenschaft. Ein pathetischer Titel, eine kühle Erzählweise, Humor und tiefe Gefühle. Auch „Das Vorkommnis“ von Julia Schoch gibt’s jetzt als Taschenbuch.
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Buchtipp: „Und ich werde dich nie wieder Papa nennen“ von Caroline Darian

Der Fall hat viele Menschen in aller Welt bewegt: Über Jahre sedierte Dominique Pelicot heimlich seine Frau und bot sie anderen Männern zur Vergewaltigung an. Die Details lassen einen erschauern. Aber die Haltung von Gisèle Pelicot war und ist bewundernswert. Mit großer Würde hat sie den Prozess durchgestanden. Ihr Leitspruch: „La honte doit changer de camp“ – „Die Scham muss die Seite wechseln“. In dem jetzt erschienenen Buch erzählt ihre Tochter Caroline Darian von der Zerstörung ihrer Familie durch den Vater, von ihrem Kampf an der Seite ihrer Mutter für ihre Familie und ihren Einsatz für Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden. Es ist ein Buch über unsagbares Leid, Zweifel, Tapferkeit und sehr viel Mut.

Caroline Darian: „Und ich werde dich nie wieder Papa nennen“
Übersetzt aus dem Französischen von Michaela Meßner und Grit Weirauch
Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, 22 Euro
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Buchtipp: „Flammengeküsst 3. Teil – Onyx Storm“ von Rebecca Yarros

Endlich da! Conny ist begeistert: Der heißersehnte dritte Teil der legendären Drachen-Saga um Violet und Xaden ist in diesen Tagen erschienen. Adrenalin und Spannung pur und dazu noch ganz viel Liebe in opulenter Ausstattung verspricht das neue Buch von Rebecca Yarros. Natürlich gibt es bei uns (noch) Exemplare mit dem wunderschönen Farbschnitt. Im Laden erhältlich solange der Vorrat reicht.

Rebecca Yarros: Flammengeküsst 3. Teil – Onyx Storm – Trotze der Dunkelheit
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Michelle Gyo und Julia Schwenk
dtv, fast 1.000 Schmökerseiten, 32,- EUR
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